FANDOM


Die Anfänge des Sports in Penig gehen bis ins 19. Jahrhundert zurück und sind bis 1933 von einem Nebeneinander von bürgerlichen und Arbeitersportvereinen geprägt.

Wer heute Sport hört, denkt an Schulsport oder an sein Hobby. Am Anfang der Turnbewegung war das aber eine politische Angelegenheit. Sie war Bestandteil der deutschen Nationalbewegung. Die Pioniere der Turnbewegung sahen in ihr eine Möglichkeit, die Jugend für den Kampf gegen Napoleon und für die Deutsche Einheit zu schulen. Dabei nahmen sie teilweise extrem nationalistische Positionen ein. Diese nationalistischen Positionen, aber auch die zumindest teilweise Ablehnung von Arbeitern im bürgerlichen Deutschen Turnerschaft während der Kaiserzeit waren die Ursache für die Gründung von Arbeitersportverbänden.

Bürgerliche VereineBearbeiten

40px-Wikipedialogo.png
Wikipediaartikel:

Deutsche Turnerschaft
Deutscher Turnerbund
Friedrich Ludwig Jahn


Am 5.September 1844 erscheint im „ Peniger Wochenblatt“ folgende Anzeige :

Zur Beachtung .
Eine Privatturnanstalt wird gegründet ! Die Teilnahme daran ist Jedem gestattet, welcher den daran bestehenden Bedingungen sich unterwirft. Als solche hat der Unterzeichnete, zur Leitung und Überwachung der Anstalt sich konstituierte Verein vorläufig festgesetzt, daß
1. jeder einzutretende Turner einen vorschriftsmäßigen Turnhabit, bestehend aus Hosen, Jacke und Mütze von grauer Leinewand sich anschaffe und
2. zu einem wöchentlichen Beitrag von ½ Neugroschen sich verpflichtet.
Das Werk ist gemeinnützig und der Zweck folgerichtig; daher man Erfolg hofft und rasche zahlreiche Teilnahme.

Dr. Zöllner, Mainhardt, Voigt, Bormann, Müller

Diese Anzeige gilt als Ursprung zur Gründung eines Peniger Sportvereins.

Die Unterzeichner dieser Anzeige: Dr. Christian Zöllner, Arzt in Penig Voigt, Herausgeber des Peniger Wochenblattes Bormann, Lehrer in Penig Müller, Advokat in Penig Mainhardt, Penig

Erster Vereinsvorsitzender war Julius Krenkel und später dazu Dr. Meischner 1845 erhielt der Verein einen Turnplatz an der Thierbacher Straße und eine Vereinsfahne von den Frauen der Vereinsmitglieder. Viele Turner,darunter auch Meischner, waren 1849 an den Maikämpfen in Dresden beteiligt. Daraufhin wurde der Verein verboten. 1851 kam es zur Neugründung. Im Jahre 1861 wurde auf Anregung Meischners eine Turnerfeuerwehr gegründet. Ernst Magnus Meischner hatte massgeblichen Anteil an der Entwicklung des Vereins. Meischner blieb bis zu seinen Tod Vorsitzender. Der Verein verlor 1892 viele aktive Turner an den neuen zweiten Peniger TV.

Der zweite Verein war der Turnverein "Vater Jahn". Er wurde 1892 gegründet.

Zur besseren Abgrenzung zum neuen Verein, TV Vater Jahn Penig, nannte sich der TV Penig ab 1893 Älterer TV Penig.

1896 gründete sich die Freie Turnerschaft aus diesem Verein ging 1900 der ATSV Penig hervor.

Seit 1898 gab es in Penig einen Radfahrerverein.

1902 wurde in Chursdorf der Rad und Wanderverein gegründet. Er betrieb vor allem Radwandern und Kunstradfahren. Er existierte bis 1939 und wurde Sachsenmeister im Sechser Kunstradfahren und im Radball.

Zwichen 1903 und 1926 existierte auch in Arnsdorf ein Radfahrverein "Adler", der vor allem Ringstechen, Kunstradfahren und Radwandern betrieb.

Turnhalle.JPG

Die Turnhalle heute

1914 wurde vom Aelteren Turnverein (ÄTV) die Turnhalle an der Chemnitzer Straße eingeweiht. 1921 vereinigten sich der Aeltere Turnverein und der Turnverein "Vater Jahn" zum Turnerbund Penig, ohne ihre Eigenständigkeit aufzugeben. Ebenfalls 1921 entstand der 'Schwimmverein Penig 1921. 1922/23 legte der Turnverein "Vater Jahn" einen Sportplatz an. Der Bauer Wolf, der gleichzeitig Vorsitzender des Turnvereins Vater Jahn war,stellte einen Teil seiner Felder zur Verfügung. Vom Arbeitsdienst der damaligen politischen Verantwortlichen wurde das Feld planiert und von Handballern und Fußballern des ATSV Penig genutzt. 1927 fand auf der "Schreiberschen Wiese" an der Schillerstraße ein Schauturnen mit einer großen Sportschau und einem Festumzug statt. 1932 gründete der Turnverein "Vater Jahn" eine Fußballabteilung, die aber keinen Bestand hatte.

Seit den 30er Jahren gibt es einen Keglerverband Penig i. Sa. Im Schützenhaus, der Bayrischen Krone, dem Wettiner Hof und in der Flinschstraße gab es Kegelbahnen.

ArbeitersportvereineBearbeiten

40px-Wikipedialogo.png
Wikipediaartikel:

Arbeitersport
Arbeiter Turn- und Sportbund
Kampfgemeinschaft für Rote Sporteinheit
(Rotsport)

Nach der Aufhebung des Sozialistengesetzes entstanden in Deutschland Arbeitersportgruppen. Sie waren im Arbeiter-Turnerbund organisiert. Nach dem ersten Weltkrieg nannte er sich Arbeiter- Turn- und Sportbund.

Im Jahre 1900 wurde der Arbeiterturnverein Penig gegründet. Das erste Übungslokal war die Schießhalle im Schützenhaus.

Am 26. Oktober 1905 wurde der Radfahrerverein "Frisch Auf" Penig und Umgebung, später "Arbeiter-Radfahrer-Verein-Frisch-Auf-Penig e.V." gegründet.

Der Arbeitersportverein Frisch-Auf-Solidarität in Chursdorf wurde erst nach 1919 gegründet. Er pflegte Radball und hatte auch eine Fußballabteilung. Er stand der KPD nahe.

1923 wurde im Arbeiterturnverein "Freie Turnerschaft Penig" eine Fußballgruppe, der Arbeiterfußballverein Ring, gegründet. Zwichen 1926 und 1928 wurde der Sportplatz Tauschaer Weg sowie das Sportlerheim in freiwilligen Arbeitseinsätzen gebaut. 1926 wurde das Fußballstadion mit einem Spiel zwichen Penig und einer "Sachsenelf-Auswahl" eingeweiht. Der Platz existiert noch heute, wird aber nicht mehr sportlich genutzt.

Auch die Arbeitersportbewegung litt unter der Spaltung der Arbeiterbewegung. Die meisten Arbeitersportgruppen waren im Arbeiter-Turn-und Sportbund organisiert. 1928 spalteten sich die der KPD nahestehende Sportvereine vom ATSB ab. (Anderen Quellen zufolge, wurden sie ausgeschlossen.) Sie bildeten die Interessengemeinschaft zur Wiederherstellung der Einheit im Arbeitersport, die sich ab 1930 Kampfgemeinschaft für Rote Sporteinheit nannte. Auch in Penig entstand 1929 eine Gruppe der Kampfgemeinschaft, der Zentralverein.

Machtübernahme durch die NazisBearbeiten

Nach der Machtübernahme durch die Nazis wurden alle Arbeitersportverbände sofort verboten und ihr Eigentum konfisziert. Das Sportlerheim am Tauschaer Weg brannte unmittelbar danach ab. Die bürgerlichen Vereine existierten noch bis 1945. 1937 gründete sich der TSV 1844 Penig mit Sportlern des Älteren Sportvereins Penig. Wahrscheinlich sind auch einige Arbeitersportler (ATSV Penig) dem Verein beigetreten.Im Sportverein Penig organisierten sich die vereinslosen Arbeitersportler, hauptsächlich Fußballer. Ein Eintrag des Vereins in ein Vereinsregister ist nicht bekannt. Nur in den Zeitungsberichten dieser Zeit erscheint der SV Penig.

Neuanfang nach dem KriegBearbeiten

40px-Wikipedialogo.png
Wikipediaartikel:

Deutscher Sportausschuss
Deutscher Turn- und Sportbund
Betriebssportgemeinschaften

Unmittelbar nach dem Krieg lag die Verantwortung für den Sport beim Jugendausschuss und den Gewerkschaften.

Am 27. Juni 1945 fand in Penig das erste Fußballspiel nach dem Krieg zwichen einer Mannschaft aus Penig und einer Mannschaft aus Chursdorf statt.

1948 wurde in Penig der Sportausschuss gebildet und eine Ortssportgruppe gegründet. Sie bestand aber nur ein Jahr. Künftig wurde der Sport in Betriebssportgemeinschaften organisiert.

1953 finden im Stadtbad die sächsischen Landesmeisterschaften im Schwimmen, Springen und Wasserball statt.

1956 wird das Stadion "7. Oktober" eingeweiht.

SportgemeinschaftenBearbeiten

BoxenBearbeiten

1948 wurde in Thierbach die bis in die Gegenwart sehr erfolgreiche Peniger Boxgemeinschaft durch Horst Junghans und Fritz Teschner gegründet. In den 50er und 60er Jahren war die Peniger Boxstaffel in Sachsen, Thüringen und Brandenburg sehr bekannt.

1950 wurde Roland Steger sächsischer Vizemeister der Junioren im Bantamgewicht. Gerhard Loeper wurde 1962 DDR-Vizemeister im Schwergewicht. 1959 wechselte Helmut Essert zum SC Karl Marx Stadt. 1963 folgte ihm Wolfgang Essert. 1964 ging Dieter Schlosser und 1967 Peter Meier zum ASK Vorwärts Frankfurt/Oder. In den 70er Jahren leitete Helmut Essert ein sehr erfolgreiches Trainingszentrum in Penig. Jörg Lottermoser aus Mühlau besiegte 1976 bei den DDR- Jugendmeisterschaften den späteren Olympiasieger und Weltmeister Henry Maske. 2000 wurde Sören Stiedl Dritter bei den Jugendmeisterschaften und 2001 Sachsen- und Süddeutscher Meister. Die Abteilung Boxen gehörte zur BSG Motor Penig.

BSG Motor PenigBearbeiten

40px-Wikipedialogo.png
Wikipediaartikel:
Konrad Wagner

Die erste Betriebssportgemeinschaft war die BSG Peniger Maschinenfabrik. Benannt wurde sie nach ihrem Trägerbetrieb der Maschinenfabrik. Sie ging 1949 aus der Ortssportgruppe hervor. 1951 nannte sie sich BSG Stahl Penig und schliesslich 1952 BSG Motor Penig. In ihr gab es die Sektionen Fußball, Kegeln, Tischtennis, Handball, Schwimmen, Boxen, Wintersport, Leichtathletik und Turnen. Die Schwimmer wechselten geschlossen nach 1965 zur BSG Rotation Penig.

Die Abteilung Fußball wurde die grösste Abteilung der BSG Motor Penig. Zwischen 1969 und 1992 spielte die erste Mannschaft in Bezirksklasse und Bezirksliga.

Am 20. Mai 1980 fand ein Spiel der Junioreneuropameisterschaft zwichen Frankreich und Bulgarien statt. (7 zu 1 für die Franzosen) Konrad Wagner war erfolgreichster Peniger Spieler.

BSG Rotation PenigBearbeiten

Eine zweite Betriebssportgemeinschaft war die BSG Rotation Penig mit der Papierfabrik als Trägerbetrieb. Sie wurde 1951 als BSG Chemie Penig gegründet und 1952 in Rotation umbenannt. Sie bestand anfänglich aus den Sektionen Handball, Fußball, Kegeln und Schach. In den 50er Jahren hatte sie auch eine Abteilung Fußball. Nach kurzem Intermezzo wechselten die Handballer nach zähen Verhandlungen zur BSG Motor Penig. 1961 wurde sie der BSG Motor angeschlossen. Später kamen Tennis, Gymnastik, Schwimmen, Federball, Radsport, Kleinfeldfußball, Wintersport und bis 2000 Judo hinzu. 1987 kam noch eine Laufgruppe und eine Sektion Seniorengymnastik hinzu.

Hinter dem Altem Schloss wurde in freiwilligen Arbeitseinsätzen ein Sportplatz (Tennisplatz) eingerichtet. 1954 wurde er vom Hochwasser zerstört aber bis 1957 wieder aufgebaut. Zwichen 1954 und 1976 organisierte die BSG regelmässig Betriebs-und Kindersportfeste. 1955/56 wurde im Lehrlingswohnheim in der Bahnhofstraße die Kegelbahn in eine 2 Bahnenanlage ausgebaut. Auf dieser Bahn fanden alle Pflichtspiele der Peniger Keglermannschaften statt.

Der Sportplatz auf dem Tauschaer Weg wurde durch die Papierfabrik und die Stadtverwaltung ausgebaut.

Anfang der 60er Jahre organisierte die BSG Rotation Radrennen in Penig. Sie fanden auf einem Rundkurs auf der Bahnhofstraße, dem Markersdorfer Weg und der Thierbacher Straße statt. Die Bahnhofstraße wurde dafür extra teilweise geteert. 1961 fand das Rennen "Rund um das Getriebewerk" mit der Friedensfahrtmannschaft statt. Prominenteste Gäste waren Manfred Weißleder, Egon Adler und Klaus Ampler. In den 70er Jahren wurde das Rennen in die neue AWG verlegt.

BSG Fortschritt PenigBearbeiten

Als dritte Betriebssportgemeinschaft agierte die BSG Fortschritt Penig mit dem Trägerbetrieb Modedruck Penig. Das Hauptaugenmerk gehörte in diesem Verein dem Freizeitsport (Turnen, Gymnastik, Schwimmen, Kegeln).

BSG Traktor ChursdorfBearbeiten

Die Chursdorfer Radballer gehörten zur BSG Traktor Chursdorf. Trägerbetrieb war die LPG "Neues Leben" in Chursdorf. Das "Übungslokal" war die Pumpschänke an der B 95. Zur Zeit trainieren die Radballer in der Halle Chemnitzerstraße in Penig.

BSG Empor PenigBearbeiten

Diese BSG existierte nur kurzzeitig. Von 1953 bis 1955 war die Verwaltung der Konsumgenossenschaft der "Trägerbetrieb". Einzige Sektion waren die Peniger Handballer, die von der BSG Peniger Maschinenfabrik zu Empor wechselten. Da die Verwaltung des Handelsbetriebes neu geordnet wurde und nach Mittweida zog, war kein Trägerbetrieb für die BSG Empor Penig mehr vorhanden. Die Handballer wechselten zu Chemie und später Rotation Penig.

Wohnsportgemeinschaft TurbineBearbeiten

Die WSG Turbine Thierbach ging 1968 aus einer Frauengymnastikgruppe und einer Kinderturngruppe hervor. Sie betreibt Kegeln, Tischtennis, Leichtathletik und Kleinfeldfußball.

Nach der WendeBearbeiten

Der heutige Turn und Sportverein Penig ist aus der BSG Motor Penig hervorgegangen. Er wurde am 5. September 1990 mit 510 Mitgliedern gegründet. Er hat die Abteilungen: Handball, Fußball, Kegeln, Tischtennis, Volleyball, Popgymnastik, Boxen, Leichtathletik, Gymnastik, Wandern und Basketball. Die Abteilungen Wandern und Basketball haben sich aufgelöst.

Ebenfalls 1990 wurde die BSG Rotation Penig umbenannt in SG Rotation Penig e.V. 1991 kam noch eine Sektion Teakwondo hinzu.

WeblinksBearbeiten

QuellenBearbeiten

  • Klaus Oehmig-Margret Neumann-Annett Tomoscheit "Penig von A bis Z Ein Stadtlexikon" Stadtverwaltung Penig 2002 ISBN 3-9808333-2-1
  • Archiv der Stadt Penig
  • Schriftliche Chronologie Älterer Turnverein Penig von Walter Gutbier, in der Bücherei Penig einzusehen

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki