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Penig hat die älteste noch arbeitende Papierfabrik Deutschlands. Die Tradition der Papierherstellung geht bis ins 16te Jahrhundert zurück.

GeschichteBearbeiten

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Papier
Papiersorten
Papierzellstoff
Hadern

Am 15.04.1537 richtete Burghard Schmitt aus Glauchau eine erste Papiermühle in Penig ein . Zu diesem Zweck erhielt er ein Darlehen in Höhe von 200 Gulden von Hugo von Leisnig. Seit 1570 ist Simon Burghard der Besitzer der Papiermühle. Dieser verkauft am 14.01.1603 die Mühle an Caspar Lenkersdorfer. Im Jahre 1711 brennt die Mühle ab. 1729 erwarb Johann Christian Keferstein die Mühle für 3000 Gulden.

1834 steigt Ferdinand Traugott Flinsch als Teilhaber in die Firma ein. Er formt die Mühle zu einer Fabrik um. Wurde das Papier bisher von Hand geschöpft, konnte es jetzt als Endlosband produziert werden. 1835 wird eine erste Papiermaschine aus England aufgebaut.

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Papiermaschine
Papiermühle
Kollergang

Im Jahre 1836 übernimmt Ferdinand Flinsch die Firma komplett. 1847 stattet die Fabrik Penig mit Öllampen aus. 300 Arbeiter arbeiten 1848 in der Fabrik. 1857 und 1858 erwarben die Söhne des 1848 verstorbenen Ferdinand Flinsch das benachbarten Wagnerschen Hammerwerk und der Milkerschen Mahlmühle und benutzten deren Wasserkraftanlagen. Der nach einem Hochwasser zerstörte obere Mühlgraben wurde erneuert. 1863 folgt eine zweite, größere Papiermaschine.Gefertigt wird vor allem Schreib und Druckpapier. 1864 entsteht eine eigene Gasanstalt, die nicht nur die Fabrik sondern auch Penig mit Leuchtgas versorgt. 1871 wird als Zulieferer die Strohzellstofffabrik Reisewitz gebaut, später wird das Werk zu einer Papierfabrik umgebaut. Der Name Reisewitz stammt von einem Lokal in der Nähe, in dem Bier aus der Aktienbrauerei Reisewitz bei Dresden ausgeschenkt wurde.

1872 wird die Firma zu einer Aktiengesellschaft mit dem Namen Patentpapierfabrik zu Penig umgewandelt. 1888 wurde die Firma durch das Werk Willischthal erweitert. 1889 verkauften die Schönburger das Neue Schloss an die Papierfabrik, die es zur Lagerung und Sortierung von Alttextilien nutzte. Das führte im Volksmund zu der Bezeichnung "Lumpenschloss". 1897, 25 Jahre nach der Gründung der AG hatte sich die Produktion auf das 85fache im Vergleich zu 1840 erhöht. In diese Zeit fiel die Erneuerung des gelben Gebäudes, der Bau der Frischwasserleitung vom Höllteich und die Erneuerung von Mühlgraben und Wehranlage für die Wasserkraftnutzung.

Nach dem ersten Weltkrieg stagnierte die Produktion und die Inflation brachte große Not. Im August 1923 zogen Wilischthaler Arbeiter nach Penig um eine Auszahlung von 250 Mark für jeden durchzusetzen. Die Forderung wurde teilweise erfüllt. Vom 27.08.1923 bis 17.10.1923 wurde im Werk Banknotenpapier hergestellt. Nach der Einführung der Rentenmark im Dezember wird das nun wieder zurückflutende wertlose Papiergeld monatelang zu Packpapier aufgearbeitet.

Nach Ende des zweiten Weltkriegs betrug die Jahresproduktion nur 3400 t/a. Der Betrieb wird von der Besatzungsmacht beschlagnamt und der Treuhänderschaft des Landes Sachsen unterstellt. 1948 folgt dieÜberführung in Volkseigentum. Der neue Name lautete jetzt VEB Papierfabrik Penig. 1949 gehört die Papierfabrik zum "Verband der Zellstoff und Papierindustrie" mit Sitz in Heidenau. 1950 wird wieder eine Jahresproduktion von 25000 t/a erreicht. Seit 1965 gehören die Papierfabriken Göritzhain und Lunzenau zum Betrieb.

1971 musste der veraltete Betrieb bei Reisewitz eingestellt werden. Der Betrieb wurde umgebaut in ein Beschichtungswerk. Die Technik stammte aus Großbritannien. 1972 wird die Rochsburger Papier-und Pappenfabrik Christian Braun KG gekauft. Am 2.Januar 1974 erfolgt die Einweihung des Beschichtungswerkes Reisewitz. Die Papierfabrik wird 1976 um die Papierfabrik Wolkenburg und Rodersdorf erweitert.

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Spezialpapiere

Die Produktionspalette umfasste 1977 Laminat und Dekopapier für Möbelindustrie, Strukturtapete, Tapetenrohpapier, Schreibblocks, Isolierpapier für Schichtpressstoffindustrie und Kabelindustrie, Zinkoxidpapier und Ohne-Kohle Papiere und Zigarettenfilter.Etwa 44% der Produkte sind Dekorpapiere, rund 70% der Möbelindustrie der DDR verwenden Dekorpapiere aus Penig. 1982 wird der VEB Feinpapierfabrik Bad Muskau eingegliedert.

Zu DDR-Zeiten beteiligte sich die Papierfabrik auch an Baumaßnahmen in der Stadt, so am Bau einer Wasserumwälzanlage im Stadtbad für etwa 600 TM und am Bau von Anlagen auf Sportplatz "7. Oktober" wie dem Sozialgebäude und der Kegelbahn. Auch am Ausbau des Krankenhauses beteiligte sich das Werk. Das Werk hatte eine eigene Betriebssportgemeinschaft "Rotation" und ein Akkordeonorchestor und war Patenbetrieb der Schule des Autors in der Unterstufe.

Nach der Wende 1989 erfolgte eine Umwandlung in eine GmbH Papierfabriken zu Penig GmbH. Der Betriebsteil Reisewitz wird von der Treuhand als "nicht sanierungswürdig" eingestuft. Am 1. September 1991 kaufte die "Felix Schöller GmbH&Co KG" das Peniger Hauptwerk. Es firmiert jetzt unter Technocell Dekor GmbH&Co KG, Werk Penig Am 1. Januar 1993 erfolgt auch ein Neustart der Reisewitz Beschichtungsgesellschaft mbH unter dem Peniger Werner Lorenz.

WeblinksBearbeiten

QuellenBearbeiten

  • Klaus Oehmig-Margret Neumann-Annett Tomoscheit "Penig von A bis Z Ein Stadtlexikon" Stadtverwaltung Penig 2002 ISBN 3-9808333-2-1
  • Stadtverwaltung Penig "775-Jahre Penig, 14.-23.Juni 2002,Festschrift" Miriquidi-Verlag 2002 ISBN 3-9806774-9-4
  • Autorenkollektiv "Penig Überblick über die geschichtliche Entwicklung" Druckerei Burgstädt 1977

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