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Über vieles aus der Vergangenheit von Penig wissen wir nichts mehr. Anderes ist nur als Legende überliefert. So der Name des Waldes, der sich zu Urzeiten befunden haben soll: Miriquidi. <in silva, quae "Miriquidui" dicitur>[1] das Gebiet um den Nollendorfer Erzgebirgspass an der Kulmer Steige, übersetzt etwa "Dunkelwald"oder "Schwarzwald"! Heute sind die Historiker wohl nicht mehr sehr glücklich damit, da er sich nicht genau abgrenzen lässt.

PenigBearbeiten

Etwas anderes ist der Name der Stadt. Es soll über elf Varianten des Namens geben. Die älteste Variante ist uuissepnig, das aber unterschiedlich übersetzt wird. In einigen Publikationen wird es als "Hohenstockburg", in anderen als "Wüstepeneck" [2] übersetzt.

Penig ist die Übersetzung des slawischen Wortes "Peneck", welches Baumstamm oder Stock bedeutet, vielleicht auch eine Rodung bezeichnet welche die Sorben vorgenommen hatten um diese Veste zu errichten, Peneck, Penick, Pnig oder nach Thietmar: uuissepnig = wuestepeneck. Im Mittelalter wurde diese Verteidigungsanlage der Daleminzier Slawen als Rodenburg oder Stockburg bezeichnet und wurde 929 bei der Unterwerfung der Slawen durch Heinrich I. erobert und geschleift, somit war die Burg danach wüst.[3]

Andere Autoren [4] führen den Namen auf das slawische "pena" zurück, was soviel wie Schaum, Dunst oder Nebel bedeuten soll.

Ein, offenbar sehr fantasiebegabter Chronist führt den Namen auf die Aktivitäten von Räubern zurück. Der Name käme von "Pein-Ecke". Damit erklärte er gleich den Namen von Frohburg: Die Reisenden wären froh, die gefährliche Gegend verlassen zu haben.

Das ist wohl genauso unwahrscheinlich wie die Erklärung Manfred Uligs für den Namen, die er in der Sendung "Alte Liebe rostet nicht" angeboten hat.

Ich versuche, sie aus dem Gedächtnis nachzuerzählen.

Penig hatte noch keinen Namen. Um dem abzuhelfen, wollten die Stadtoberen einen Wettbewerb um den besten Namen veranstalten und begaben sich in die Druckerei der hiesigen Zeitung, daß sie einen Aufruf zum Wettbewerb drucke. Der Lehrling musste gleich den großen Setzkasten holen, aber er stolperte und fiel hin. Eilig lass er alle Buchstaben wieder auf. Auf die Frage des Meisters, wie weit er denn sei, antwortete er:

"Ich hab`s P nich!
Ich hab`s P nich!
Ich hab`s P nich!"

Und seit der Zeit heist Penig: Penig!

AltenprünnBearbeiten

Auch von Alt-Penig sind andere Namen überliefert: Altenprünn [5] genannt. das wohl nach einer starken Quelle, dem "Sechspfennigborn" [6] benannt wurde. Wo diese Quelle zu finden sein soll, ist mir nicht bekannt. In zuletzt genannter Quelle wird Altpenig aber Altengrünn genannt, was aber auch ein Fehler beim Lesen von alten (Fraktur)schriften sein kann.

Im Stadtlexikon [7] dagegen steht, Altenprünn sei ein Dorf in der Nähe des Scheunenplans gewesen.

Die MuldeBearbeiten

Der wohl älteste bekannte Name für die Mulde ist "Milda" und soll germanischen Ursprungs sein.[8] Die Zwickauer Mulde nannte man "Milda occidentalis" und die Freiberger Mulde "Milda orientalis". Neben dem Namen "Milda" ist 965 auch noch der Name "Moldawa" durch den arabischen Händler Ibrahim ibn Jaqub überliefert worden. 991 taucht dann der Name "Moldaha" auf. Die Form "Mulda" gibt es erst ab 1118.[9]

Der GoldbachBearbeiten

Der Goldbach soll früher den Namen "Heiliger Bach" getragen haben. Woher der Name "Heiliger Bach" stammt, ist unbekannt. Über die Umbenennung kann auch der älteste Chronist Penigs, Sebastian Meyer, nur spekulieren. Entweder soll der Name "Goldbach" von einem Bergwerk stammen, das 1418 bei Chursdorf bestand, oder er rührt von den Goldkügelchen her, die Schotten und Niederländer dort gefunden haben sollen. [10]

HühnerbergBearbeiten

Der Hühnerberg befand sich gegenüber der Burg Drachenfels. Als diese ehemalige Raubritterburg geschleift wurde, sollen die Hühner über die Mulde geflogen sein und dem Hühnerberg so zu seinem Namen verholfen haben.[11] Siehe dazu auch die Sage vom Liebchenstein.

Weisse SpitzeBearbeiten

Nicht weit vom Hühnerberg steht das 1838 eingeweihte Denkmal. Woher hat das eigentlich seinen Namen? Wer heute vor dem Denkmal steht, wird die Frage nicht verstehen: "Na, den Namen kann es doch nur von der Spitze des Denkmals haben!" Naja; die ist aber erst seit 1978 darauf. Jahrelang fehlte dieser Stein, die Weisse Spitze war weder weiss noch spitz. Ein sehr altes Foto habe ich gefunden, auf dem die Spitze zu sehen ist. Sie unterschied sich nicht von den anderen Steinen. Tatsächlich wäre es ja auch eine Sünde, einen so schönen Stein wie Rochlitzer Porphyr zu übermalen. Mussten die Peniger etwa 1978 improvisieren und den fehlenden Stein mit Beton und Einfallsreichtum ersetzen? Dann käme das Aussehen der Spitze vom Namen und nicht der Namen von der Spitze.

Aber, woher der Name kommt, wissen wir immer noch nicht!

QuellenBearbeiten

  1. nach Thietmar von Merseburg Chronicon VI, 10Dr. R.M.O.
  2. Der Name in Thietmar von Merseburgs Chronicon ist "uuissepnig" = wuestpeneck denn 929 wurde die grosse Veste Peneck von Heinrich I. geschleift, aus: Braun, Ernst von "Geschichte der Burggrafen von Altenburg (1886) Die Bayrische Staatsbibliothek Muenchen besitz das Orginal. Auf dem oberen Friedhof um die Stadtkirche kann man Zeugen einer frueheren Hoehenburg feststellen.
  3. Aus der "Geschichte der Burggrafen von Altenburg"; Ernst von Braun, Herzoglich-Altenburger Archivar 1868
  4. Ernst Eichler "Sachsen. Alle Städtenamen und deren Geschichte",Faber & Faber, 2007
  5. Jürg Fietz und Dieter Richter "Penig Geschichte einer Stadt 1945-1993 Band II", Heimatverlag M. Lehmann & Partner GbR, 1. Auflage 1993
  6. Autornkollektiv"Penig Überblick über die geschichtliche Entwicklung" 1977
  7. Klaus Oehmig-Margret Neumann-Annett Tomoscheit "Penig von A bis Z Ein Stadtlexikon" Stadtverwaltung Penig 2002 ISBN 3-9808333-2-1
  8. Rudolf Kötzschke/Hellmut Kretzschmar "Sächsische Geschichte" Weltbild Verlag, 1995 ISBN 3-89350-705-1
  9. A.Peter Bräuer/Gerhard Weber "Muldenland" VEB F.A.Brockhaus Verlag Leipzig, 1988 ISBN 3-325-00133-5
  10. Gustav Lippold "Woher der Name Goldbach kommt" Geschichtsblätter Nr. 20 Beilage zum Tageblatt für Penig und Lunzenau 1934
  11. Regina Röhner "Burgen, Schätze, Spukgestalten"

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