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Mulde

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Die Zwickauer Mulde ist ein Fluss im Westen des Freistaates Sachsen. Sie bildet den linken bzw. westlichen Quellfluss der vereinigten Mulde. Eine weniger gebräuchliche Bezeichnung ist Westliche Mulde. Thierbach, Zinnberg, Penig und Amerika liegen an ihrem Ufer.

GeschichteBearbeiten

NameBearbeiten

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Die Herkunft des Namens Mulde ist nicht gesichert. Er könnte Die Mahlende bedeuten und auf die Vielzahl der früher am Fluss betriebenen Mühlen hinweisen. Noch immer sind zahlreiche Wehre in Betrieb, die heute überwiegend der Stromerzeugung dienen. Die Benennung erfolgte nach der Stadt Zwickau als größter Ansiedlung im Verlauf des Flusses.

SiedlungsgeschichteBearbeiten

Das Tal der Mulde mit ihren Zuflüssen diente vermutlich schon in prähistorischer Zeit als Zugang in das von dichten Urwäldern bedeckte Erzgebirge. Reste von Niederlassungen altsteinzeitlicher Jäger, Werkzeuge aus Feuerstein sowie bronze- und eisenzeitliche Funde zeigen, dass bereits seit dem Ende der letzten Eiszeit Menschen am Fluss siedeln. Reste jungsteinzeitlicher Pfahlbauten im oberen Erzgebirge belegen, dass selbst diese Region von Menschen bewohnt war. Später zählte das Westerzgebirge zum Gebiet germanischer und slawischer Stämme. Pfade durchzogen das Bergland in Nord-Südrichtung. Sie dienten als Handelswege, aber auch als Heerstraßen und verbanden die alten Siedlungsräume um Leipzig und Altenburg mit Böhmen. Die Saumpfade verliefen jedoch nicht entlang der Flüsse sondern auf Höhenrücken entlang der Wasserscheiden. Nur wenn Flussläufe unbedingt gequert werden mussten, führten die Wege ins Tal. Flussübergänge (anfangs Furten, später meist Fähren und Brücken) und andere strategisch günstige Punkte wurden nach und nach durch befestigte Anlagen gedeckt. Hier entwickelten sich auch Dörfer und Klöster. Einige der mittelalterlichen Burgen verfielen im Laufe der Zeit, andere wurden später erweitert und ausgebaut. So entstand eine Kette aus Burgen und Schlössern entlang der Mulde. Viele existieren noch heute. Beispiele sind Schloss Rochsburg, Schloss Rochlitz, Schloss Wolkenburg, Schloss Waldenburg, Schloss Forderglauchau und Schloss Hinterglauchau, Schloss Osterstein, Burg Wiesenburg, Burg Stein und die Isenburg. Die weitere bäuerliche Besiedelung erfolgte entlang der Seitentäler. Auch hier entstanden aus einigen Befestigungen Burgen und Schlösser: Schloss Hartenstein, Schloss Wildenfels, Schloss Schwarzenberg und andere. Mit dem Fund ergiebiger Silbervorkommen im späten Mittelalter begann auch die Erschließung des oberen Erzgebirges und die Entstehung der Bergstädte.

WassernutzungBearbeiten

Seit dem Spätmittelalter wird das Wasser der Mulde und ihrer Zuflüsse technisch genutzt. Es diente dem Bergbau über viele Jahrhunderte als Aufschlagwasser zum Antrieb von Förderanlagen, Erzhämmern und Pochwerken sowie für Erzwäschen.

Der Fluss erlangte außerdem Bedeutung für die Holztrift. Diese ist für das Jahr 1275 erstmals belegt. Zu Zeiten höherer Wasserführung wurde auf dem Fluss der Holzreichtum des Westerzgebirges zu Tal gebracht. Die historischen Floßgräben sind oft heute noch sichtbar und zum Teil funktionsfähig, zum Beispiel der Floßgraben bei Schlema oder das Muldenberger Floßgrabensystem. Hier findet einmal jährlich als Attraktion für Touristen ein Schauflößen statt. Die Stämme wurden bei Zwickau mit Hilfe von Rechen aus dem Fluss geborgen und auf dem hiernach benannten Holzanger gestapelt[1].

Vom Fischreichtum des Flusses konnten zahlreiche Familien leben. Mit der zunehmenden Industrialisierung im 19./20. Jahrhundert und der damit einhergehenden Wasserverschmutzung nahm der Fischbestand jedoch mehr und mehr ab. Bis in die 1990er Jahre war die Zwickauer Mulde durch Einleitung von schlecht oder ungeklärten Abwässern vor allem in den unteren Abschnitten hoch belastet. Heute hat sich die Wassergüte deutlich verbessert. Die Vielzahl der Staustufen erschwert jedoch die Wiederansiedelung der natürlichen Tierwelt. In den Sommermonaten der letzten Jahre kam es an einigen Anlagen wiederholt zur Unterschreitung der Mindestabflussmengen bis hin zur Trockenlegung einzelner Flussabschnitte.

Die Muldentalsperren im Erzgebirge versorgen heute den Großraum Chemnitz/Zwickau mit Trinkwasser.

FlusslaufBearbeiten

Der Einzugsbereich der Zwickauer Mulde umfasst große Teile des westlichen Erzgebirges und des Vogtlandes. Sie besitzt zwei Quellbäche: Die westliche Rote Mulde entspringt in einer Höhe von 770 m ü. NN direkt bei der Stadt Schöneck im Vogtland. Die Weiße Mulde hat ihre Quelle 4 km östlich in gleicher Höhe beim Schönecker Ortsteil Kottenheide. Am ursprünglichen Zusammenfluss beider Bäche wurde die Talsperre Muldenberg gebaut. Ab hier trägt das Gewässer den Namen Zwickauer Mulde und fließt überwiegend in nordöstliche Richtung durch waldreiches Gebiet sowie durch die Orte Muldenberg, Hammerbrücke und Morgenröthe-Rautenkranz. Danach verlässt der Fluss in einem engen Tal das Vogtland, tritt ins Westerzgebirge ein und wird bald zur Talsperre Eibenstock aufgestaut.

Bei Aue nimmt die Zwickauer Mulde das Schwarzwasser auf und wechselt die Fließrichtung nach Nordwest. Hinter Bad Schlema fließt die Mulde durch den Poppenwald. Hier passiert der Fluss den ehemaligen Wismut-Schacht 371 sowie die im Talhang gelegene Prinzenhöhle. In diesem Abschnitt nimmt der Fluss durch zu Tage tretende Grubenwässer und Sickerwasser aus Abraumhalden einen Großteil seiner Fracht an Uran und anderen gelösten Schwermetallen auf. Bei Hartenstein fließt die Mulde vorbei an der Burg Stein in Richtung Fährbrücke. Danach erreicht der Fluss Wiesenburg. Hier befindet sich ein stillgelegtes Wasserwerk, das der Aufbereitung des Muldenwassers für die Trinkwasserversorgung der Stadt Zwickau diente. Ab Silberstraße verläuft die Bundesstraße 93 weitgehend parallel zur Mulde. In Wilkau-Haßlau überquert die Bundesautobahn 72 das Tal mit einer 718 m langen und 50 m hohen Brücke.

Die Mulde erreicht dann Zwickau, die Stadt, nach der sie benannt ist. Im Ortsteil Cainsdorf befinden sich Stromschnellen im Flussbett. Der felsige Abschnitt war Schauplatz internationaler Kajak-Slalom-Wettbewerbe. Er bildet heute ein geschütztes Geotop, weil hier Steinkohleflöze zu Tage treten. Im Ortsteil Schedewitz überquert der Fluss die Feuersteinline, die die Südgrenze der Elstervereisung im Pleistozän markiert. Die Mulde umfließt das Stadtzentrum in östlicher Richtung. Im gesamten Stadtgebiet wird der Fluss von Hochwasserschutzdeichen begleitet, weil der historische Stadtkern durch bergbaubedingte Absenkungen heute unter dem Höhenniveau des Flussbettes liegt.

Der Fluss ist über längere Stecken des Ober- und Mittellaufes wenig oder unverbaut, naturnahe Auen begleiten das Gewässer. Ruhige, langsam strömende Abschnitte wechseln mit rauschenden ab. Den Grund des Flussbettes bilden zunächst Felsblöcke, später Kiese und Sande. Der Flusssand ist wie der der Göltzsch schwach goldhaltig.

Bei Zwickau verlässt der Fluss das Erzgebirge, passiert das VW-Werk Mosel und hat vor und um Glauchau weite Überschwemmungsgebiete in Wiesen und Feldern. Hier mündet der Lungwitzbach. Nach Glauchau erreicht die Zwickauer Mulde Waldenburg, Penig, Rochsburg, Lunzenau und Rochlitz und nimmt als größten Nebenfluss, in der Nähe von Wechselburg, die Chemnitz auf.

Nördlich von Colditz und Zschadraß, in der Gemeinde Großbothen, Ortsteil Sermuth, vereinigt sie sich nach 166 km mit der Freiberger Mulde zur Mulde. Entlang des Flusses verläuft eine Route des Muldentalradwanderweges.

Hochwasser und andere ExtremereignisseBearbeiten

Die Zwickauer Mulde war mit ihren Zuflüssen bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts kaum reguliert und sorgte immer wieder für verheerende Überschwemmungen. Noch im Jahre 1954 wurden Städte und Dörfer von einer Hochwasserkatastrophe heimgesucht. Heute gleicht die große Talsperre Eibenstock die Wasserführung aus. Die Schäden des Jahrhunderthochwassers von 2002 hielten sich an der Zwickauer Mulde auch deshalb noch in Grenzen. Die Talsperre Eibenstock lief damals seit ihrem Probestau während der Inbetriebnahme zum ersten Male über.

Überliefert ist, dass das Flussbett während extremer Dürreperioden austrocknen kann. In den vergangenen Jahrhunderten trat dieses Ereignis mindestens zweimal ein.

Die Mulde in PenigBearbeiten

In Penig wird die Mulde von einer großen Brücke überquert, die direkt ab Wehr vorbeiführt, dass nach dem Muldehochwasser 2002 gebaut wurde und über eine Fischtreppe verfügt. Im Peniger Ortsteil Thierbach, gibt es eine Schaukelbrücke.

Quellen Bearbeiten

  1. Wilsdorf, H.; Herrmann, W.; Löffler, K.: Bergbau - Wald - Flöße. Freiberger Forschungshefte, D28. Berlin 1960.

LiteraturBearbeiten

  • Thomas Böttger: Die Mulde: Eine Bilderreise entlang des schnellsten Flusses Europas. Bildverlag Böttger, Witzschdorf 2009

WeblinksBearbeiten

Commons-logo.png Commons - Mulde: Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

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